Kolostrum

Per Definition bezeichnet Kolostrum die sogenannte Erst- oder Vormilch, die von weiblichen Säugetieren in der Milchdrüse erzeugt wird. Über eintausend verschiedene Komponenten lassen sich in der Vormilch nachweisen. Die genaue Zusammensetzung differiert zwischen den unterschiedlichen Säugetierarten. Zudem treten individuelle Unterschiede auf, die durch eine Reihe von Faktoren beeinflusst werden. Das Kolostrum verändert sich beim Menschen in einem Zeitraum von 18 bis 36 Stunden nach der Geburt. Danach erfolgt innerhalb von rund fünf Tagen eine kontinuierliche Veränderung in der biochemischen Zusammensetzung. In der verbleibenden Stillzeit wird die normale Muttermilch erzeugt, die sich in ihrer Zusammensetzung deutlich vom Kolostrum unterscheidet.

Beim Menschen besitzt das Kolostrum eine leicht dickflüssige Konsistenz. In der Regel ist eine gelbliche Färbung vorhanden, die gelegentlich durch Blutbeimischungen leicht rötlich gefärbt sein kann. Im Unterschied zu regulärer Muttermilch enthält die Vormilch essentielle Bestandteile für das Neugeborene. Ein Ersatz durch andere Milchprodukte ich daher nicht möglich. Zu diesen Bestandteilen gehören Proteine, Fette, Enzyme, Mineralien, Aminosäuren, Vitamine, Kohlenhydrate, Spurenelemente und Antikörper. Letztere spielen die bedeutendste Rolle, stärken sie doch die anfänglich schwache Immunabwehr des Kindes. Ganze Abwehrzellen, die sogenannten Lymphozyten, können von dem Neugeborenen mit der Vormilch aufgenommen werden. Eine rechtzeitige Gabe der Vormilch verringert so die Krankheitsanfälligkeit signifikant. Zudem sind positive Einflüsse auf den Intestinaltrakt nachgewiesen, beispielsweise eine Anregung der Darmtätigkeit und der Schutz der Schleimhäute.

Als Lebensmittel oder medizinisches Therapeutikum wird das Kolostrum der Kuh vielfach genutzt. Synonym wird bei Kühen auch der Begriff Biestmilch verwendet. Ihr wird unter anderem eine immunstärkende Wirkung nachgesagt. Verwendet wird Kolostrum als Basis für spezielle Brote und Käseerzeugnisse, um nur ein paar zu nennen. Eine Nutzung auf Milchbasis ist jedoch in Deutschland gesetzlich untersagt. Eine Verwendung ist lediglich als Lebensmittel der eigenen Art gestattet. Neben den angesprochenen Lebensmittelerzeugnissen wird Kolostrum zur Linderung von Allergien sowie bei fungialen-, bakteriellen- und viralen Infektionen angewendet. Des Weiteren wird es häufig zur Linderung von Bluthochdruck, Infekten des Magen-Darmtraktes, Diabetes mellitus und bei Depressionen eingenommen. Die Wirkungsmechanismen von Kolostrum in Nahrungs- und Arzneimittel unterliegen noch einer fachlichen Diskussion und sind damit noch nicht hinreichend belegt. Therapieerfolge mit Kolostrum sind bislang nicht im klinischen Bereich erprobt beziehungsweise nachgewiesen.

Written by admin on Jan 23,2009 in: Allgemein |

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